Vertragsänderung durch SMS?
Die Wiener Zeitung berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe dass der bekannte Mobilfunkbetreiber Telering mehrere Bestandskunden automatisch auf ein Service zum Datendownload (Voll.net) umgestellt hat. Zwei Monate gratis sollte der neue Service sein. Nach den zwei Monaten würde man aber automatisch in den kostenpflichtigen Bereich fallen, falls man sich nicht extra abgemeldet hat.
Informiert wurden die betroffenen Kunden mit einer SMS. Jetzt ist die Frage aufgetaucht ob diese Art der Vertragsänderung überhaupt gestattet wäre. Einige Kunden haben die SMS nämlich als Werbung angesehen, und die Textnachricht, ohne sie zu lesen, gelöscht.
Nun klärt ein Rechtsanwalt aus Wien in der Wiener Zeitung auf. Grundsätzlich ist es erlaubt mit einer SMS auf eine Vertragsänderung hinzuweisen, so der Experte. Es müssen allerdings die Änderungen verständlich und genau aufgeklärt werden. Erst so richtig kritisch wird es aber dann, wenn der Verbraucher in die Initiativrolle gedrängt wird, und das Unternehmen sein Stillschweigen als Zustimmung zur Vertragsänderung ansieht. So sehen es auch die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer. “Man darf nicht unterstellen, dass das Unterbleiben einer Rückmeldung durch den Kunden wie eine Zustimmung gewertet wird – schon gar nicht bei so unsicherem Weg wie SMS”, so eine Mitarbeiterin.
Der Mobilfunkbetreiber reagierte bereits. Das Datenpaket von Telering wurde nun nach der Testphase automatisch abgeschaltet