Rechtsanwalt als Angeklagter vor Gericht
Wegen Betrügereien findet sich ein deutscher Rechtsanwalt aus Ludwigshafen derzeit vor dem Frankenthaler Landgericht wieder. In 21 Fällen soll er Missbrauch seiner beruflichen Pflichten betrieben haben. Jetzt droht ihm ein Berufsverbot.
Der Rechtsanwalt hatte in einem bestimmten Zeitraum Schadensersatzansprüche aus Verkehrsunfällen mit Haftpflichtversicherungen abgewickelt, obwohl er gewusst haben soll dass diese Verkehrsunfälle provoziert worden waren. Die Versicherungen mussten aus diesem Grund rund 173.000 Euro zahlen. 14.000 Euro betrugen die Anwaltshonorare.
Eine Gruppe von Mazedoniern soll als bewusste Unfallverursacher auf Autobahn-, Brücken- und Schnellstrassenauffahrten untwerwegs gewesen sein. Mit grundlosem, abruptem Bremsen hätten sie Unfälle provoziert. Dadurch sei es innerhalb kurzer Zeit zu vielen Auffahrunfällen in der Gegend gekommen.
Einer dieser Unfallverursacher, der 2003 wegen Betrug zu einer Haftstrafe von 6 Jahren verurteilt wurde, belastete den Angeklagten schwer. Er sagte als Zeuge aus und behauptete der Rechtsanwalt hätte von den fingierten Unfällen gewusst. “Ich habe ihm gesagt, dass ich weitere Unfälle mache und weitere Kunden bringe”, so der Mazedonier vor Gericht.
Der angeklagte Rechtsanwalt liess sich von zwei Kollegen vertreten und schwieg zu den Vorwürfen. Am 17. März findet der Prozess seine Fortsetzung.